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10 Fragen von Pinterest an mich

Okay, ich bin unglaublich motiviert zu schreiben.
Ich weiß nur nicht, worüber.
Ich arbeite zur Zeit an einer neuen Kategorie für den Blog: Kurzgeschichten. Bevor ich sie ins Leben rufe, möchte ich allerdings erst vier bis fünf Geschichten fertig haben. Im Moment bin ich bei Nummer eins …
Außerdem geht mir so viel durch den Kopf und meine Gedanken drehen sich mal wieder im Kreis – gerade, als ich dachte, die letzte Sinnkrise sei überstanden.

Bisher habe ich nicht wirklich über mich selbst erzählt. Sicher, jede Person, die sich in irgendeiner Form verwirklicht, ist ihrem Werk wiederzuerkennen. Aber ihr wisst schon, was ich meine. Auf Pinterest werden mir öfter diese Listen mit Fragen, die man sich selbst stellen soll, vorgeschlagen. Daraus werde ich heute ein paar aussuchen. Gerade so persönlich, dass ich ein bisschen erzählen kann, aber eben nicht zu privat. Wir sind hier immer noch im Internet, meine künftigen und jetzigen Arbeitgeber könnten das lesen, genau wie jeder x-beliebige Psychopath.

Let’s do it!


1. Wann war das letzte Mal, als du etwas Neues ausprobiert hast?
Zählen Pastinaken? Wenn ja, dann vor einer Woche. Ich kaufe ständig Pastinaken, aber nie für mich, immer für meine Meerschweinchen. Letzte Woche war eine Freundin da und hat uns welche in unser Ofengemüse geschnippelt, seitdem esse ich ständig Pastinaken. Wer hätte gedacht, dass die süß schmecken? Ich nicht.


2. Mit wem vergleichst du dich manchmal?
Vor allem als Frau vergleicht man sich wahrscheinlich mehrmals am Tag, oder? Wenn ich diese unterbewussten Vergleiche ausklammere, dann ist es wahrscheinlich meine beste Freundin. Wir sind von der neunten Klasse bis zum Abi zusammen zur Schule gegangen. Sie war immer die brave Einserschülerin, Liebling aller Lehrer, nie feiern, hat nie getrunken oder geraucht. Seit sie studiert, hat sich ihr Alkoholkonsum zwar gesteigert (Studenten und ihre Kneipentouren, am I right?), sie ist aber nach wie vor in allen Lebensbereichen erfolgreich. Davon gibt es bei ihr viele, weil sie nie zu irgendwas Nein sagt.
Mittlerweile ist sie beim Master angelangt, hat vor, am Jahresende mit ihrem Freund zusammenzuziehen und managed nebenbei noch ihre vielen Freunde, kümmert sich um ihr Pferd und hatte ich erwähnt, dass sie einen unfassbaren Model-Körper hat? Wäre sie nicht meine beste Freundin, würde ich sie hassen.
Ich hingegen zweifle derzeit meine gesamte bisherige Karriere an, meine längste Beziehung hat um die sechs bis sieben Monate gehalten und mein BMI war auch schon besser.
Also ja, ich vergleiche mich manchmal mit meiner besten Freundin, wenn auch ungewollt.


3. What gets you excited about life?
Paris. Das kommt mir zuerst in den Kopf. Obwohl es nicht weit weg ist, war ich noch die dort. Dieses Jahr habe ich vor, das zu ändern. Ich will unbedingt mal ins Louvre, die Nike von Samothrake und die vielen anderen Gemälde und Skulpturen sehen. Generell die Weite der Welt bedeutet Lebenslust für mich. Reisen und Kunst. Ich habe fest vor, in den nächsten Jahren noch nach Italien zu reisen und Michelangelos David in Florenz und sein Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle in Vatikanstadt mit eigenen Augen zu sehen.
Als ich im Amsterdamer Rijksmuseum das erste Mal vor der Nachtwache von Rembrandt stand, nachdem ich mich im Kunst-Leistungskurs monatelang mit Rembrandt und wochenlang mit diesem einen Gemälde befasst hatte, hatte ich Tränen in den Augen.
Von Menschenhand geschaffene Kunstwerke, die Jahrzehnte, oft Jahrhunderte überstanden haben, ergreift mich einfach. Allein der Gedanke, dass die unebenen Streifen dicker Ölfarbe auf dem Gemälde vor mir von Rembrandt und seinen Angestellten selbst in seinem Atelier angerührt und auf die Leinwand aufgetragen wurden, fordert mich ähnlich stark, wie der, dass wir gerade auf einem Staubkorn durch die Unendlichkeit rasen.


4. Welche Lektion hast du auf die harte Weise gelernt?
Ich muss immer auf mein Bauchgefühl hören, denn mein Bauch weiß immer vor meinem Kopf, was gut und richtig für mich ist. Beide bekämpfen sich permanent und beide haben ihre Berechtigung, aber die Intuition lag bisher immer richtig und wenn ich sie für eine Weile beiseite geschoben habe, hat irgendwann selbst mein Kopf erkannt, dass mein Instinkt richtig lag.

5. Was wünschst du dir, hättest du vor fünf Jahren mehr getan?
Vor fünf Jahren, also 2013 – nope, 2014. Da war ich 17 Jahre jung und im konstanten Kampf zwischen “Ich liebe mich, kniet nieder vor eurer Königin” und “Ich bin furchtbar, werde durchs Abi fallen und abnehmen muss ich auch”. Ich wünschte, ich hätte mich weniger auf den letzten Part konzentriert und den ersten mehr als Antrieb genutzt, dann wäre definitiv ein 1er-Schnitt im Abitur drinnen gewesen. But oh well, it was a wild ride.


6. Stellst du genug Fragen oder gibst du dich mit dem, was du weißt, zufrieden?
Meistens weiß ich sehr genau, wann man keine Fragen stellen sollte und ignoriere das dann absichtlich. Mir selbst stelle ich zu viele Fragen. Im Moment sind es mal wieder so viele, dass sie alle verschmelzen und bloß ohrenbetäubend (gedankenbetäubend?) rauschen.
Dennoch kann man nie genug Fragen stellen.


7. Wen liebst du und was tust du deswegen?
Mich.
Ich versuche, mich selbst so gut wie möglich zu akzeptieren, denn wen man liebt, liebt man ohne ihn verändern zu wollen und nimmt ihn, wie er ist.
Meine Familie.
Ich gehe mit ihnen nie im Streit auseinander und versuche, nichts als nebensächlich oder selbstverständlich hinzunehmen.
Meine Meerschweinchen.
Petersilie.


8. An welchem Glauben hältst du fest, mit dem viele Menschen nicht übereinstimmen?
Es gibt bei jedem Menschen einen Grund dafür, weshalb er ist, wie er ist. Daher streite ich selten oder rege mich unnötig lange über jemanden auf oder lasse zu, dass mich das Verhalten einer Person enttäuscht. Die Menschen sind, wie sie sind und was passiert ist, liegt schon unveränderbar in der Vergangenheit, während wir noch darüber nachdenken.


9. Was kannst du heute tun, zu dem du vor einem Jahr nicht in der Lage warst?
Ich könnte heute eine Beziehung zulassen, ohne Angst zu haben, mich selbst dabei zu verlieren.
Und die Bassline aus Come as you are auf der Gitarre.


10. Denkst du, dass weinen ein Zeichen der Schwäche oder der Stärke ist?
Und noch eine schwere Frage zum Schluss.
Bei mir selbst hasse ich es, vor anderen zu weinen, egal wem. Ich finde es unerträglich schwach und erbärmlich.
Bei anderen finde ich es meistens stark, sich auf diese Art zu öffnen und in synch mit seinen eigenen Emotionen zu sein.


Zehn Fragen sind doch eine gute Zahl. Das hat lächerlich lange gedauert, aber so viel Spaß gemacht, dass es auf jeden Fall einen zweiten Teil geben wird.
See ya!