Sternenhimmel unendlich
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Us and them

Es ist schon Nacht, aber noch warm genug, um im T-Shirt vor die Tür zu gehen, als wir in mein Auto steigen. Die Straße schlängelt sich in Richtung Stadt. Unter uns glitzern die Lichter, es sind kaum Autos unterwegs. Eine meiner gebrannten CD’s läuft im Radio.

Wir haben uns die ganze Zeit unterhalten, doch jetzt sind wir still und hören die Musik, ein Saxofon, dann das Klavier, das Schlagzeug setzt ein, die Band beginnt wieder zu singen und die Musik wird ruhiger. “Wow, das ist ja richtig gut, das musst du mir schicken”, sagt mein Bruder und dreht das Radio lauter. Die Musik füllt zuerst nur das Auto, dann kommt es mir vor, als würde sie aus den offenen Fenstern schweben und die laue Abendluft ist die Musik. Beides legt sich auf uns und die funkelnde Stadt unter uns. Es ist vielleicht das erste Mal, dass ich diese Straße langsamer als erlaubt entlang fahre, jetzt gerade fühlt sich alles so nach Sommer an und es ist, als wäre wirklich jedes Atom genau da, wo es hingehört, weiß du, was ich meine? Fast acht Minuten lang dreht sich alles im Takt zu einem Lied. Die Erde dreht sich und sie wird sich immer weiter drehen, bis die Sonne sie verschluckt. Über uns ist der Himmel, die Sterne. Darüber Planeten und das unendliche Nichts. Es gibt diese Momente, da wird mir bewusst, dass ich nicht einmal ein Staubkorn im Universum bin und noch weniger in der Geschichte der Welt. Und ich bin ganz bei mir. “Us, us, us, us… And them, them, them, them…” Wir beide merken, dass dieser Moment etwas Unendliches hat. Ich habe dieses Gefühl in meinem Brustkorb, alles ist so präsent. Unendlich, das beschreibt es.

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